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William Faulkner

Juan Carlos Onetti

Er verkörperte wie kein anderer die Literatur, sein ganzes Leben lang, schon als er noch gar nicht daran dachte zu schreiben. Doch Gott der Gnädige wollte ihn vor einem der unangenehmsten Charaketerzüge bewahren, welche die menschliche Persönlichkeit anzubieten hat: Er war nie ein Intellktueller, nie kümmerte er sich um den Literaturbetrieb.

In der Nacht und der Einsamkeit erfüllten sich, nur für ihn allein, seine Triumphe und Niederlagen. Er wusste, dass der sogenannte Erfolg nur aus geschickt gedeichselter Eitelkeit besteht: Freunde, Kritiker, Verleger, Moden.

Seine in diesem Jahrhundert fast beispiellose Hingabe an das Verlieren in sich selbst, in sein häufiges Chaos, seine Hundert-Wort-Sätze, bezeugt zwei unanfechtbare Werte: Respekt gegenüber dem Leben, und gegenüber den Wesen, die es bevölkern und machen.

In diesen Zeiten der Ausflüchte und Umwege scheint eine Erinnerung ratsam. Von dem kürzlich verstorbenen Unsterblichen zu diesem Auftrags-Nachruf herabsteigend wiederholen wir, dass er kein Mann der Akademien war, der patriotischen Reden, der Literatur-Vereinigungen. Und wäre es ihm erlaubt gewesen, über seinen Tod zu schreiben: er hätte nicht einen Tropfen beigetragen zu dem Platzregen aus Kitsch, den der Juli zu diesem Thema verspricht und zweifellos erfüllen wird.

(Acción, Montevideo 15. Juli 1962)




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