Beschreibungen – deutsch

Alle meine Schwächen

Elias Torra

Juan Carlos Onetti: Wenn es nicht mehr wichtig ist

Juan Carlos Onetti ist die graue Eminenz der lateinamerikanischen Gegenwartsliteratur. Die Bücher des 1909 in Uruguay geborenen und 1994 im spanischen Exil gestorbenen Romanciers gehören zwar zu den einflußreichsten des Kontinents.

Alles rostet, schimmelt, fault

Maike Albath

Wie in einem phantastischen Alptraum: Zehn Erzählungen von Juan Carlos Onetti.

Das Ich ist eine Falle. Ein tiefer dunkler Schacht, aus dem man niemals hinaus findet, ein langer Gang mit endlosen Verzweigungen. Hinter jeder Biegung lauert der Wahnsinn. Wie ein Gerichtsurteil wird einem sein Schicksal aufgezwungen, ohne dass man etwas dagegen tun könnte.

Best of Interviews (deutsch)

Onetti und die Journalisten: Mal launig-gesprächig, mal wortkarg-brüsk, stets luzid, nie geschwätzig, spricht Onetti in den Interviews über Bücher und Schriftsteller, über Politik und Geschichte, über Liebe und Tod – also immer über das Thema seiner Literatur, "das absurde Abenteuer, das der Weg der Menschen über die Erde ist".

Hier eine sehr unvollständige Sammlung sehr kleiner Ausschnitte, von der Redaktion als "besonders empfehlenswert" gekennzeichnet:

Das Haus

W. G. Sebald

Das Haus
in der Nacht
durch die Fenster
der Schein
der Flammen

W. G. Sebald – Jan Peter Tripp: Unerzählt. München Wien 2003
( La casa / de noche / por las ventanas / el resplandor de las / llamas )

Das kurze Leben / Der Verfolger

Gabi Töpferwein

Die Süddeutsche Zeitung hat vor fast einem Jahr ihre Bibliothek kreiert, gute Bücher für 4,90 €. Die Idee dazu stammt aus Italien. „50 große Romane des 20. Jahrhunderts, ausgewählt von der Feuilletonredaktion der Süddeutschen Zeitung“, so steht es auf jedem Band. Die Auswahl sagt uns nicht unbedingt etwas über die Weltliteratur im vergangenen Jahrhundert (das wäre auch ein sehr gewagtes Unterverfangen), aber doch allerhand über die Feuilletonredaktion der SZ.

Der Begründer der lateinamerikanischen Moderne

Helmut Böttiger

Juan Carlos Onetti: "Gesammelte Werke" 

Nein, es geht nicht um Macondo. Die Stadt, die Gabriel Garcia Márquez erfunden hat und in "Hundert Jahre Einsamkeit" bis zum Nobelpreis hin ausschmückte, ist keineswegs die Hauptstadt der lateinamerikanischen Literatur. Es ist weder die größte noch die erste. Der eigentliche Akt geschah fast zwei Jahrzehnte vor Garcia Márquez:

Der Du bist im Nichts

Stefan Ripplinger

Juan Carlos Onettis grausame Erzählungen

"Das Sein erscheint im Scheitern." Es ist nicht allein ihre perfekte Prosodie, die Karl Jaspers' Formel so einprägsam macht. Glatte Sätze vergisst man bald. An diesem reizt gerade der Widerspruch zwischen der Eleganz der Fügung und seinem möglichen Inhalt:

Der Mikrokosmos als Todesfalle

Stefan Kunzman

Juan Carlos Onettis Gesammelte Erzählungen erscheinen erstmals auf Deutsch

Der uruguayische Schriftsteller Juan Carlos Onetti ist in Deutschland weitaus weniger bekannt als Gabriel García Marquez, Mario Vargas Llosa oder Julio Cortázar. Dabei gebührt ihm ebenso ein Platz in der Galerie jener großen lateinamerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts.

Die Erfindung der lateinamerikanischen Literatur. Tomás Eloy Martínez im Gespräch mit Luis Hars.

Tomás Eloy Martínez

Wie kam es zum legendären Boom der lateinamerikanischen Literatur in den siebziger und achtziger Jahren? Am Anfang der internationalen Karriere von Schriftstellern wie Alejo Carpentier, Juan Carlos Onetti, Julio Cortázar, Carlos Fuentes, Mario Vargas Llosa sowie Gabriel García Márquez stand 1967 ein Buch des Chilenen Luis Harss: "Into the Mainstream: Conversations with Latin American Writers".

Die kleinen Dinge des Lebens

Thomas Combrink

Was für ein mächtiger Fluss aus Buchstaben, Wörtern und Sätzen, den Juan Carlos o netti durch die Literaturlandschaft leitet! Was für eine abgehalfterte, poröse, dunkle aber auch wunderbar schillernde Gestalt dieser Larsen, oder auch Leichensammler, doch ist!

Die Rückkehr des Leichensammlers

Uwe Stolzmann

Der Suhrkamp-Verlag verlegt die weltweit erste Onetti-Werkausgabe

Einmal, vor 45 Jahren, wurde Onetti gefragt: Welche Funktion hat der Intellektuelle in der Gesellschaft? Der Interviewer wollte es genau wissen, doch der Dichter erwiderte kurz angebunden: «Keine. Er muss Talent haben.»

Die Tränen der dicken Dänin

Gustav Seibt

Der beste Einstieg ins Werk eines zu wenig gelesenen Autors

"Warten Sie bis zum Jahr 2000, wenn Onetti einer Revision unterzogen wird." Die Prophezeiung, die der uruguayanische Schriftsteller Juan Carlos Onetti (1909 bis 1994) immer auf Lager hatte, wenn eine Interviewfrage ihn besonders langweilte, hat sich bisher nicht erfüllt.

Die Welt als geschlossene Anstalt

Rainer Traub

Über "Der Schacht" von Juan Carlos Onetti 

Im Jahr 1939 erschien in Montevideo ein kartoniertes Buch von gerade 99 Seiten mit dem Titel "El pozo" ("Der Schacht"). Äußerlich unansehnlich, gedruckt auf grauem Packpapier, mit einer angeblichen Picasso-Zeichnung auf dem Umschlag, die in Wahrheit von der Hand des Verlegers stammte, verkaufte sich das Bändchen erbärmlich schlecht.

Eine ungöttliche Komödie

Peter Demetz

Der Dichter Juan Carlos Onetti und eine neue Reise nach Santa Maria

Juan Carlos Onetti, vor zweiundachtzig Jahren in Montevideo geboren, konstruiert seine Romane in Sprüngen und Wiederholungen. Vor vierzig Jahren erfand er sich, im Geiste William Faulkners, eine Stadt namens Santa Maria, typisch Rio de la Plata, aber ohne Folklore, und ließ seine rastlosen Figuren hin und her wandern.

Einer der ganz großen Erzähler in spanischer Sprache

Rulo Melchert

Über den Uruguayer Juan Carlos Onetti 

Juan Carlos Onetti, Schriftsteller und Journalist, wurde 1909 in Montevideo geboren, er starb, aus politischen Gründen seit den siebziger Jahren im Exil lebend, 1994 in Madrid. Sein Werk umfaßt zahlreiche Romane und Erzählungen.

Für diese Nacht

Fritz Rudolf Fries

Zum Tode des uruguayischen Schriftstellers Juan Carlos Onetti

Es wird erzählt, der alternde Schriftsteller habe seine Vormittage am liebsten im Bett verbracht, bei der Lektüre von Marcel Prousts endlosem Roman. Am Montag dieser Woche ist Juan Carlos Onetti im Alter von vierundachtzig Jahren in Madrid gestorben; das Herz des großen Unbekannten hat aufgehört zu schlagen.

Im Schattenreich des Schattenmanns

Paul Ingendaay

Hüter unserer Niederlagen: Juan Carlos Onettis "Gesammelte Erzählungen"

Seine Leser haben immer nur seine Bücher gehabt, nie ihn selbst. Juan Carlos Onetti, geboren 1909 in Montevideo, gestorben 1994 im Madrider Exil, war ein störrischer Solitär, wie Beckett oder Cioran. Die beste Beschreibung seiner Person hat ein argentinischer Literaturkritiker geliefert:

Juan Carlos Onetti

Ruthard Stäblein

Schon zu Lebzeiten war er eine Legende. Genauer eine "leyenda" negra". Nur: in der Tradition der spanischen "schwarzen Legende" wird immer der Gegner verteufelt. Nach dem Prinzip: Die Hölle sind die anderen. Die Figuren von Juan Carlos Onetti und ihr Autor allerdings malten sich selbst schwarz.

Juan Carlos Onetti: Das kurze Leben

Joachim Kalka

Der Suhrkamp Verlag bringt seit einiger Zeit innerhalb seiner Taschenbuchreihe "suhrkamp taschenbücher" eine kleine Serie "Die Romane des Jahrhunderts" heraus, die - im Gegensatz zu den unbekümmert eklektischen Entdeckungen des weiland "Rowohlt Jahrhundert" - mit "Ulysses", "Eine Liebe von Swann" und "Das Schloß" sich schon früh kanonische Maßstäbe gesetzt hat, angesichts derer verlagspolitisch naheliegende Titel wie "Narziß und Goldmund" oder "Halbzeit" eine etwas kuriose Figur machen.

Juan Carlos Onetti: Das kurze Leben

Iris Radisch

Weil das Leben nur in der Zeit stattfinden kann und die Zeit auf Kosten des Lebens lebt, liest man am besten Onetti.