Kapitel IV: Ein Duft von Teresa
Jetzt war er so zart, traurig und fern wie ein Parfum, das in einem Taschentuch alt geworden ist. Manchmal kam er, nie kündigte er sich an. Meistens in Träumen: ich sah das Gesicht von Teresa oder ihre Art und Weise zu gehen. Die Orte waren bizarr und ihre Gebäude irritierten mich. Nie ein Wort, nie ein direkter Blick, der mein Gesicht gesucht hätte. In den stillen, farbigen Träumen sah ich sie vorüberziehen, hob manchmal eine Hand, um nach der Botschaft zu greifen, die Teresa mir nicht hinterlassen konnte. Aber während des Wachseins erinnerte ich mich ihrer auf eine grausame Weise – kaum verändert oder verblasst –, die mich mit Wutanfällen und Blasphemien erfüllte.
Kapitel VIII: Der Weg
Und sie gingen weiter voran, ohne zu wissen, durch den Wein der ersten Messe, den Kampf um das tägliche Brot, die Unwissenheit und die Torheit.
Sie gingen fröhlich voran, zerstreut, selten zweifelnd; so unschuldig, entspannt oder steif, hin zur endlichen Grube und dem letzten Wort. So sicher, gewöhnlich, schweigend, deklamierend, dumm.
Die Grube hatte sie ohne echte Hoffnung noch Anteilnahme erwartet. Sie wanderten fröhlich dahin; einige stützten sich auf andere; manche gingen einsam und lächelnd, leise mit sich selber sprechend. Im allgemeinen erörterten sie Pläne und sprachen von der Zukunft und der Zukunft ihrer Kinder und von den kleinen und großen Revolutionen, die sie in fest unter die Achsel geklemmten Büchern verfochten. Einer schüttelte die Arme, während sie faselten von Erinnerungen an Geliebte und verwelkte Blumen, die denselben Namen trugen.
Kapitel XLI: Endlich, der Wind
Drei Nächte lang, wie eine jungfräuliche Hirtin in Erwartung der Göttlichen Erscheinung oder des nie vernommenen Klanges der Stimmen, wartete Medina hinter seinem Fenster im Plaza auf die donnernde Ankunft der Heiligen Rosa. Er erwartete sie im Dunkeln, weil er am Nachmittag nur vereinzelte, im Tageslicht aufgelöste Blitze gesehen und sehr weit entfernten Donner gehört hatte; und weil sich die großen Träume nachts verwirklichen.
Bevor Gurisa eingeschlafen und glücklich war mit der doppelten Dosis Seconal, die ihr Medina gegeben und die sie ahnungslos getrunken hatte, hatten sie sich geliebt: sie mit ihrer natürlichen Mischung aus Unschuld und Perversion; er mit einer erstaunlichen Männlichkeit, die ihm, jedesmal, fremd und krankhaft erschien.
Sie in der Dunkelheit des Bettes atmend, er angewurzelt vor der unveränderten Landschaft des Fensters.
In der dritten Nacht kamen endlich ferne Belohnungen. Das Wetterleuchten und die zuckenden, sarkastischen Blitze, der reichliche und kurze Regen, ein entfesselter Wind, der die Bäume von links nach rechts drückte und einen Augenblick lang, hastig und respektlos, das Standbild auf dem Platz, Sockel, Pferd und Reiter, umtanzte.
Aus Furcht, sich Illusionen zu machen, aus Furcht vor der fast sicheren Enttäuschung ging Medina ins Bad, um sich einen kratzenden, warmen Bademantel anzuziehen. Im Schrank lag seine wenig gebrauchte Uniform und hing die Pistolenhalfter. Er steckte die schwere, störende Waffe in die Tasche des Bademantels und schaffte es, die Ruhe zu bewahren, während er durch das Zimmer lief, um sich erneut an die Schwärze im Fenster zu stellen. Er konnte nur den Glanz einiger Pfützen auf der Straße erkennen, die das schwache Licht des Hotel-Schriftzuges widerspiegelten.
Vergebens versuchte er die Uhrzeit zu erkennen, den Verlauf der Minuten auf seiner Armbanduhr zu messen. Die Zeit verging - er spürte sie auf seinen Schultern, am Schweiß auf der Brust -, ohne Spuren zu hinterlassen, ohne zu erlauben, dass jemand sie fing und maß. Plötzlich ein neuer Ermüdungsschmerz in den Waden und eine Ankündigung von Helligkeit, sehr schwach und fern am linken Horizont der Stadt. "Der Westen", dachte Medina, "es kann kein vorzeitiger Tagesanbruch sein. Und ich hatte ihm gesagt, dort nicht."
Gurisa bewegte sich in dem großen Bett und murmelte unverständlich, verärgert; gleich darauf kehrte der schwache Laut ihrer kindlichen Atmung zurück.
Das Licht, immer noch links, begann sich zu bewegen und zu wachsen. Schon sehr hoch rückte es über der Stadt vor, drängte mit Gewalt das nächtliche Dunkel auseinander, duckte sich ein wenig, um sich wieder zu erheben, jetzt bereits mit dem Getöse großer Tücher, die der Wind schüttelt.
Medina spürte sein angestrahltes Gesicht und den fast unerträglichen Anstieg der Hitze. Er zitterte, ohne sich zu widersetzen, Opfer einer seltsamen Angst, des immer enttäuschenden Endes des Abenteures. "Das wollte ich seit Jahren, deshalb kam ich zurück."
Er hörte das Bersten einer Fensterscheibe an der Stelle der Wohnung, die Küche genannt wurde. Mit der Pistole in der Hand näherte er sich dem Bett. Er fühlte das fast unwiderstehliche Verlangen, Gurisa zu küssen, fürchtete aber, sie schon vor dem Geschrei zu wecken, das nun von der Straße zu kommen begann, aus dem Hotel, vom Dach und Himmel.